Ein halbes Herz

Ein halbes Herz

Elin ist eine erfolgreiche Fotografin in New York. Eines Tages erhält sie einen Brief von Fredrik, mit dem sie ihre Kindheit auf der schwedischen Insel Gotland verbracht hat. Mit diesem unerwarteten Lebenszeichen tauchen verdrängte schreckliche Erinnerungen auf. Ihr perfektes Leben im Jetset droht zu zerbrechen. Sie begreift, dass sie sich ihrer Vergangenheit, der sie einst entflohen ist und die auch ihr Mann und ihre 17-jährige Tochter nicht kennen, stellen muss. Nach ihrem erfolgreichen Debütroman „Das rote Adressbuch“, das in 34 Ländern veröffentlichte wurde, ist dies der zweite Roman der Schwedin Sofia Lundberg, die sich für dieses Buch die Frage stellte, ob man trotz Geheimnisse mit ganzem Herzen lieben kann. Es ist ein Roman über Scham, Schuld und Selbstfindung. Auch, wenn die Auflösung (zu) schnell kommt und nicht so ganz realistisch erscheint, lässt einen das Buch doch mit der nachdenklichen Frage zurück, inwieweit Kindheitserinnerungen trügen können. Lundberg hat eigene Erlebnisse in ihrem Buch verarbeitet. Wie ihre Hauptfigur Elin wurde die heute 46-Jährige auch im Alter von 14 Jahren auf der Straße als Model entdeckt und hat viele Jahre weltweit als Fotomodell gearbeitet. Dabei habe sie erlebt, dass viele ihrer Kolleginnen versucht hätten, ihre Vergangenheit auszuradieren, doch letztlich könne man ihr, so Lundberg, nicht entfliehen.

Sofia Lundberg: Ein halbes Herz (Ett frågetecken är ett halvt hjärta) Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps. Goldmann Verlag, 416 S., 20 €

By |2020-06-23T15:29:38+00:00Juni 23rd, 2020|Buchrezensionen|0 Comments

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